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Stunde Null

Die 'Stunde Null': völlige Niederlage und neue Chance zugleich
Der deutsche Staat hörte auf zu existieren – als Folge der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945. Das Kriegsende, die 'Stunde Null', bedeutete Ende und Neubeginn zugleich: das Ende von Terror, Verfolgung, Krieg sowie der nationalsozialistischen Herrschaft und zugleich auch die Chance eines Neuanfangs für Deutschland. Die 'Stunde Null' war eine politische Stunde Null, da eine völlig neue Staatsordnung entstand. Die ideelle Stunde Null sollte erst später mit der beginnenden Vergangenheitsbewältigung und den Kriegsverbrecherprozessen eintreten, und auch ein Befreiungsgefühl setzte erst nach einiger Zeit ein. Für viele Deutsche bedeutete das Kriegsende zunächst aber den völligen Zusammenbruch. Die Städte waren zerstört, es fehlte an Kleidung und Nahrung, es herrschte eine politische Orientierungslosigkeit und eine Trostlosigkeit des Augenblicks.
Deutschland ohne Zukunft?
Der Oberbefehlshaber der amerikanischen Besatzungstruppen, General Eisenhower, machte am 26. April 1945 deutlich: „Es muß den Deutschen klar gemacht werden, [...] daß sie nicht der Verantwortung für das entgehen können, was sie selbst auf sich geladen haben.“ Das deutsche Volk wurde zur Verantwortung gezogen: Die vier alliierten Großmächte Großbritannien, USA, Sowjetunion und Frankreich hatten die oberste Regierunggewalt inne, so dass die Deutschen in völliger Entmündigung in Besatzungszonen lebten. Das Land war kleiner und zerstückelt, die Niederlage vollständig, die Schuld groß und das Ansehen auf unbestimmte Zeit zerstört. Doch das sollte sich durch die Rede von James F. Byrnes 1946 in Stuttgart schneller ändern als angenommen.
Jana Lange 
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