Schlusswort

von Herrn Landtagspräsident Straub beim Festakt 60 Jahre „Rede der Hoffnung“ am 4. Oktober 2006 in Stuttgart
Es gilt das gesprochene Wort.
Kürzlich fragte eine deutsche Tageszeitung besorgt: Wo kann das spezifische Vertrauen herkommen, das für die Zusammen-arbeit über den Atlantik hinweg notwendig ist?
Wir haben heute Nachmittag mindestens einen Teil der Antwort aufgezeigt: Wir sind zurückgegangen zum Ursprung. Auch in der Politik gilt eben das Sprichwort: „Wer aus der Quelle trinkt, der hat das Wasser rein.“
Die „Rede der Hoffnung“ ist ein positiver Identifikationspunkt: Ihr Geist eint Deutsche und Amerikaner noch immer. Und das verringert die Gefahr, dass gelegentliche Irritationen einen komplizierten Trümmerbruch hervorrufen.
Die „Rede der Hoffnung“ steht für glaubwürdige Entschlossen-heit, für moralische Autorität und für gemeinsame Ideale, die wir dezidiert achten müssen, wenn wir uns nicht selbst auf-geben wollen.
Diese unverändert faszinierenden Aspekte sind von allen Rednerinnen und Rednern eindrucksvoll reflektiert worden. In bemerkenswertem Gleichklang haben speziell Sie, verehrte Frau Bundesministerin, und Sie, verehrter Herr Professor Kissinger, zudem die Herausforderungen der Gegenwart klar benannt und die Perspektiven pragmatisch und doch zuversichtlich skizziert. Dafür danken wir Ihnen herzlich.
Sie, verehrter Herr Professor Kissinger, werden bisweilen mit der Warnung zitiert, man dürfe Außenpolitik nicht als Missions-arbeit betrachten. Und in der Tat: Wunschdenken führt meist in eine Sackgasse. Einerseits vermag Amerika die globalen Ord-nungsaufgaben nicht alleine zu bewältigen. Andererseits kann die Völkergemeinschaft kein erdumspannendes Problem ohne die USA lösen.
Dieser Festakt hat die Gewissheit untermauert, dass wir den besonderen Rang der deutsch-amerikanischen Partnerschaft erhalten und deren Substanz stärken müssen. Die „Rede der Hoffnung“ bleibt dabei ein Lebenselixier unseres Miteinanders – sofern wir weiterhin den Rat aus Goethes Faust befolgen: „Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!“
Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihre Teilname an unserem Festakt. Ich darf Sie nach dem Abspielen der Nationalhymnen auch im Namen des Herrn Ministerpräsidenten und des Herrn Oberbürgermeisters zu einem Empfang im oberen Foyer einladen. 
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